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Diabetes, Insulin und Unfälle im Straßenverkehr

Immer wieder liest man von Unfällen, bei denen ein Fahrzeug „aus ungeklärter Ursache“ in den Gegenverkehr geriet, von der Fahrbahn abkam oder auf andere Weise einen Unfall verursachte. Nicht selten steckt dahinter die Hypoglykämie, eine Unterzuckerung. Wenn die Warnzeichen wie Nervosität, Schweißausbrüche, Zittern, Blässe, Hungergefühl und Herzrasen nicht rechtzeitig erkannt werden, kann die Fahrtüchtigkeit bis hin zu einer Ohnmacht eingeschränkt sein. Diabetiker, die zu häufigen und unkontrollierten Unterzuckerungen neigen, dürfen daher nicht mit dem Auto fahren. Eine Einschränkung bei dem Erwerb oder Umtausch eines Führerscheins besteht nur für Taxi-, LKW- und Busfahrer. Wer hier seine Krankheit verschweigt, macht sich strafbar. Ansonsten reicht es, wenn man die drohende Unterzuckerung rechtzeitig bemerkt und darauf entsprechend reagiert. Entsteht durch die Unterzuckerung ein Schaden, wird dieser von der eigenen Haftpflichtversicherung reguliert. Erfährt diese aber von der Krankheit als Ursache des Unfalles, kann wegen grober Fahrlässigkeit die Schadensumme oder ein Teil davon zurückgefordert werden und die Kaskoversicherung kann unter Umständen die Leistung verweigern. Eine anwaltliche Beratung oder Vertretung ist in diesen Fällen angezeigt und eine Rechtsschutzversicherung hilfreich.

Mitgeteilt von Rechtsanwalt Rudolph, KANZLEI RUDOLPH, Minden, Mitglied der ARGE Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein und Vertragsanwalt von www. auto-sms.de