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Aufklärung eines Verkehrsunfalls durch Dashcam-Aufnahme

Das Amtsgericht Köln lässt eine Dashcam-Aufnahme im Zivil­pro­zess als Beweis­mit­tel zu (Urteil vom 01.09.2014, Az. 273 C 162/13)

Bei einem Verkehrsunfall kam es zu einer Kollision im Kreuzungsbereich der Ampelanlage. Hierbei war unklar, welche der Ampeln tatsächlich auf Grün stand. Ein Zeuge beobachtete den Unfall mithilfe einer in seinem Pkw angebrachten Dashcam und dokumentiere so das Geschehen. Durch die Aus­wer­tung des Videomaterials konnte ein Sach­ver­stän­di­ger die Szenerie des Unfalls rekon­stru­ie­ren und somit auch feststellen, welche Ampel Grün zeigte. Wenn die Aufnahmen der Dashcam dadurch zustande gekommen wären, dass der Zeuge diese auf sozialen Netzwerken hätte hochladen oder der Polizei übergeben wollen, so das Gericht, wäre das Ergebnis anders gewesen. Wann und wie lange die Dashcam aufnahm, wurde nicht bekanntgegeben (Leitsatz der Kanzlei Rudolph, Minden, Bielefeld).

„Nach dem Ergeb­nis der Beweis­auf­nahme geht das Gericht davon aus, dass der Zeuge G die für ihn gel­tende Licht­zei­chen­an­lage bei Rot­licht über­fah­ren und hier­durch den Unfall ver­ur­sacht hat. Dies hat sich zur Über­zeu­gung des Gerichts erge­ben auf­grund des Gut­ach­tens des Sach­ver­stän­di­gen Dipl.-Ing. C, das durch die glaub­haf­ten Anga­ben des unbe­tei­lig­ten und zu kei­ner der Par­teien in einem per­sön­li­chen Ver­hält­nis ste­hen­den Zeu­gen M gestützt und bestä­tigt wird. Mit­hilfe der durch die Video­gra­fie des Ver­kehrs­teil­neh­mers K bewie­se­nen Anknüp­fungs­tat­sa­chen konnte der Sach­ver­stän­dige die Ampel­stel­lung im Zeit­punkt des Unfalls rekon­stru­ie­ren. Der dem seit län­ge­rem mit Ver­kehrs­sa­chen befass­ten Gericht als zuver­läs­sig bekannte Sach­ver­stän­dige Dipl.-Ing. C, Gut­ach­ter im Amt für Straßen- und Ver­kehrs­tech­nik der Stadt Köln, hat über­zeu­gend und nach­voll­zieh­bar fest­ge­stellt, dass der Zeuge G bei Rot­licht in den Kreu­zungs­be­reich ein­ge­fah­ren ist und den Unfall ver­ur­sacht hat.

 

Die Ver­kehrs­teil­neh­mer erhal­ten Grün­licht auf Anfor­de­rung. Mit­hilfe der Video­auf­zeich­nung konnte der Sach­ver­stän­dige die Anfor­de­rung der Ver­kehrs­teil­neh­mer nach­voll­zie­hen und den signal­tech­ni­schen Ablauf bestimmen.“